Bienenstich und Bienenstich

Ich bin das letzte Mal mit gefühlten 12 von einer Biene gestochen worden. Klassische Freibadsituation. Jetzt, mit eigenen Bienen, dachte ich, wird es nicht viele Freibadwiesen brauchen bis man mich anhand meines zerstochenen Aussehens als Jungimkerin entlarvt. Aber nix da, ich warte seit wir das Bienenvolk abgeholt haben vergeblich drauf. Das gehört ja irgendwie dazu, oder?

Nun liegt das zum einen daran, dass mittlerweile Bienenstämme gezüchtet werden, die sehr friedliebend und sanft sind (so auch die unseren), zum anderen habe ich beim Hantieren meistens den hübschen Imkerschleierhut auf. Prinzipiell sind Bienen im Spätsommer anders drauf als im Frühling – sie haben schon Reserven zu verteidigen und haben außerdem eine ziemliche „Volkstärke“. Mit Schleier und Rauch ist aber nichts zu befürchten. Warum jetzt eigentlich eine geselchte Rauchkammer aus dem Bienenstock machen?

Das anrauchen der Bienen löst bei den Bienen das Gefühl von Waldbrand aus, sie saugen sich voll mit Honig – quasi Notration zum Abhauen – und werden dadurch sehr ruhig. Einen Waldbrand in voller Bienen-Kämpferinnen-Stärke anzugreifen hätte ja auch ehrlich gesagt wenig Sinn.

Wirklich allergisch sind übrigens die wenigsten Menschen – obwohl es die meisten behaupten. Die drei SCHs (Schmerz, Schwellung, Scheißeschreien) sind normal, nicht lustig aber gewöhnlich. Erst wenn die Kategorie Atembeschwerden und Schwindelgefühle kommen ist tatsächlich Drama angesagt. Am besten hilft da übrigens eine Cortisonspritze (#notärztin #notarzt!).

5 Gedanken zu “Bienenstich und Bienenstich

  1. Erfreulich, dass es so wirkt. Ich erinnere mich aber auch, gelesen zu haben, dass Bienen „wissen“ welcher Mensch immer wieder mit ihnen zu tun hat, und sie dabei nicht existentiell bedroht. Vielleicht ist das ja wahr?

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    1. Im Sommer lebt eine Biene eigentlich nur 6 Wochen, das heißt spätestens dann müsste man sie „neu kennenlernen“, vielleicht wird man auch einfach ruhiger und selbstbewusster im Umgang. Aber ausschließen tu ich bei Bienen nichts, wer weiß!

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      1. Vielleicht gibt es das Ding mit den good vibrations und bad vibrations tatsächlich, denn wenn ich mir den interaktiven Umgang von Wespenhasssern und bienenängstlichen Menschen ansehe, dann reagieren die Tiere anscheinend wirklich auf die pure Ausstrahlung von Stress gepaart mit Aggression. Andererseits hatte ich schon bei einem Spaziergang unbemerkt den Einflugbereich eines mobilen Imkerstands unter rauschenden Windrädern betreten, das Schild sah ich erst, nachdem ich schon Bienen im Haar hatte; dennoch hat mir keine, die ich vorsichtig mit den Fingern herausstreifte, gestochen, während ich ihnen hoffnungsvoll erzählte, dass ich ihnen da heraushelfe. Komisch, aber scheinbar wirksam, dass meine eindeutige Angst nicht als negative Wirkung auf die Bienen übersprang. Seitdem glaube ich schon, dass es spürbar differenzierten Stress gibt.

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      2. Schön, dass du schon so gute Erfahrungen gemacht hast, das freut mich zu lesen! Das mit den good vibrations kann ich bestätigen, je ruhiger und gelassener man ist, desto besser. Schnelle Bewegungen, dunkle Kleidung und unser „Angstschweiß“ signalisieren den Bienen einen Angriff. Und sobald eine sticht, riechen das die anderen und suchen den Eindringling geradezu. Meistens wird man bei einem Bienenstock also wenn, gleich von mehreren gestochen.

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      3. Das mit der dunklen Kleidung als Aggressonsfaktor ist mir neu, aber erklärt mir endlich mal, warum ich immer Abbildungen von heller Imkerkleidung gesehen habe. Da dachte ich immer nur, das hätte den Sinn, keines der Tierchen beim Ausziehen zu übersehen. Gut zu wissen.

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